Copyright Mathias Bothor
05. Oktober 2010 – Insights

What am I doing with you Losers? Ich mach jetzt mein eigenes Ding!

Manchmal sind Musiker in Bands ein bisschen wie junge Erwachsene. Irgendwann wird es Zeit, dass sie ’mal raus müssen’ – raus aus der wohl behüteten Bandfamilie.
Denn sie wollen sich Solo-Musiker nennen und ihr eigenes Ding drehen. Sie haben keinen Bock mehr, die Bühne oder die Groupies mit anderen zu teilen. Sie wollen für unbestimmte Zeit einfach Mal ein bisschen herum experimentieren, ohne sich einig werden zu müssen. Robbie Williams, Peter Fox, Gwen Stefani, Brandon Flowers oder Kele Okereke – sie alle haben ihre Bandfamilie verlassen, um ihr eigenes Ding durchzuziehen. Ging mal gut und mal weniger…

GESTATTEN: ICH BIN JETZT SOLO-KÜNSTLER.

Kennt man ja: Da kehren Musiker ihren Bands den Rücken zu und werden plötzlich zum Mega-Star. So geschehen 2008 bei Peter Fox von Seeed. Doch der Sänger hat nach seinem Nummer-1-Album “Stadtaffe” schnell die Nase voll: „Auf der Straße werde ich dauernd erkannt und meine Privatsphäre leidet darunter massiv.“ Das Ende vom Lied: Gerade mal ein Jahr später, im Sommer 2009, gibt der Sänger bekannt, dass er lieber wieder mit Seeed Musik machen will. Er spielt daraufhin noch vier Mal hintereinander in der ausverkauften Berliner Wuhlheide.

Dem Risiko des “Über-Erfolgs” stellt sich 2010 auch Kele Okereke, Sänger der Indierockband Bloc Party. Dabei beweist der Alleingänger Kele doppelten Mut. Denn seine Musik ist jetzt eine komplett andere. 2005 schweben die Bloc Party-Fans dank Songs wie “Two More Years” im siebten Indie-Himmel und jetzt? Elektromucke! “Endlich mal keine Rockmusik” – so Kele. Das finde er befreiend. “Irgendwann habe ich festgestellt, dass die Band ein Job ist. Kein zermürbender Job, aber einer, den ich nicht immer mögen werde.“ Bloc Party haben sich zwar nicht offiziell aufgelöst, aber ob Herr Okereke seine Freiheit je wieder aufgeben wird?

Kele

ALLES NEU: AUS ROCK WIRD POP, AUS HIP HOP WIRD SOUL

Auch Sängerin Gwen Stefani wagt sich Anfang 2000 auf neues Terrain. Bis dato macht sie als Frontfrau von No Doubt ziemlich rockige Musik, die Mitte der 90er sogar noch mit einer Portion Ska gespickt ist. Als Solo-Sängerin wechselt die hübsche Gwen dann in das Genre Pop. Im Song „Hollaback Girl“ demonstriert das einstige Rocker-Girl: Seht her, ich kann sogar rappen! Ihr Debütalbum „Love. Angel. Music. Baby“ ist 2004 ein Riesen Erfolg.

Gwen Stefani

Auch der Ex-Rapper Jan Delay riskiert 2006 den Sprung zur Solokarriere. In den 90ern ist er noch ein Drittel der Hip Hop-Kombo Beginner. 2006 überrascht der Hamburger dann mit einem komplett neuen Style – sowohl optisch, als auch musikalisch. Im edlen Zwirn beschert er seinen Fans von nun an poppige Soul-Musik. Seine Alben „Mercedes Dance“ und „Wir Kinder vom Bahnhof Soul“ heimsen Platin ein. Musikalische Unterstützung bekommt Jan Delay jetzt ausgerechnet von Alt-Rocker Udo Lindenberg!

 

 

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